SV Ortsgruppe Pinneberg e.V.
SV Ortsgruppe Pinneberg e.V.

VPG / IPO

Jennifer Hauschild Tel: 04101-72777

Die Fährtenarbeit

 

 

Auf geeignetem Untergrund, wie z B. Schnee, können wir Menschen eine Fährte mit den Augen verfolgen. Der Hund bedient sich vor allem seines Geruchssinnes. 
Eine Fährte entsteht durch Tritte von Menschen oder Tieren. Beim Durchgehen des Geländes ändert sich der Untergrund, indem der Fährtenleger den Boden durch sein Gewicht aufwühlt und zudem von ihm abfallende kleinste Teilchen hinterlässt.

 

Freilebende Caniden (Hunde, Wölfe etc.) wenden ihre Spürfähigkeit an, um ihre Beute zu verfolgen (Jagd-/Beutetrieb), andersgeschlechtlichen Artgenossen nachzuspüren (Fortpflanzungstrieb) oder um zur Meute zurückzufinden (Meutetrieb).
Dabei ist es für sie wichtig, dass das Ziel erreicht wird. Sie werden die Fährte verfolgen, wobei es keine Rolle spielt, wenn sie ein paar Mal kurz die Fährte verlassen.
Erhalten sie von einem Objekt, dass sie suchen Geruch, werden sie direkt versuchen, es zu erreichen, ohne auf dem Boden zu suchen. Alles andere wäre verlorene Zeit und hätte schlechtere Erfolgsaussichten. Grundsätzlich können drei verschiedene Suchverhalten unterschieden werden:

 

1. Exaktes, genau dem Spurenverlauf nachgehendes Fährten
2. Ungefähres Nachspüren der Fährte
3. Stöberverhalten

 

Dieses Verhalten nutzen wir und lenken es in sportliche Bahnen.
Die Fährtenarbeit ist für den Hund wahrscheinlich das Schwerste und Natürlichste was er zu leisten vermag.

 

 


 

 

Die Stöberarbeit


 

Die Stöberarbeit ist im Bereich der Vielseitigkeitsprüfungen im Hundesport angesiedelt. Ziel der Stöberarbeit ist es, dass der Hund innerhalb eines bestimmten Bereiches, dem so genannten Stöberfeld, vorher ausgelegte Gegenstände findet und anzeigt, man spricht hier vom Verweisen der Gegenstände.
Dabei variiert die Größe des Stöberfeldes von 20 bis 30 Meter in der Breite und 30 bis 50 Meter in der Länge sowie die Größe und Anzahl der Gegenstände in Abhängigkeit des Ausbildungsstand des Hundes der entsprechenden Prüfungsstufe. Die späteren Stöberprüfungen werden unterschieden in die Stufen I, II und III.

Die Stöberarbeit wird grundsätzlich mit dem nicht angeleinten Hund ausgeführt. Dies bedeutet jedoch, dass der Hund über einen sehr guten Gehorsam verfügt und sich dabei über Stimme, also Hörzeichen, wie auch über Sichtzeichen auf Entfernung lenken lassen muss. 
Dies wird umso deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass Stöberprüfungen auch auf nicht eingezäunten Flächen außerhalb des Hundeplatzes (z. B. Reitplatz, Wiesen, Wald usw.) abgelegt werden können.

Die Stöberarbeit gehört neben der Fährtenhundarbeit zu den reinen „Nasendisziplinen“ im Hundesport. Beide Sportarten unterscheiden sich vor allem in folgendem Punkt.
In der Fährtenhundarbeit verfolgt der Hund eine Geruchsspur, die hauptsächlich aus Bodenverletzung durch die Fußstapfen des Fährtenlegers und Anhaftungen des Fährtenlegers entsteht. Diesem sog. Fährtengeruch folgt der Hund intensiv mit der Nase tief über dem Boden. Auf der Fährte ausgelegte Gegenstände werden aufgrund der daran befindlichen menschlichen Geruchsanhaftungen vom Hund verwiesen.

In der Stöberarbeit wird der Hund, wie in der Fährtenarbeit, auf das Verweisen von Gegenständen mit menschlichen Geruchsanhaftungen konditioniert. Im Unterschied hat der Hund hier jedoch die Aufgabe, diese Gegenstände (Geruchsquelle) selbstständig in dem Stöberfeld zu finden. Seine Arbeitsweise wird sich dabei deutlich von dem eines Fährtenhundes unterscheiden. Der Stöberhund arbeitet mit hoher und halbhoher Nase und wird erst je näher er an die Geruchsquelle stößt, mit der „tiefen Fährtenhundnase“ arbeiten. Vorstellbar ist die Stöberarbeit in etwa so, als ob wir Menschen ein Fußballfeld mit bunten Smarties füllen und nur einen z. B. gelben Smartie auslegen. Diesen gelben Smartie gilt es zu finden. Dieser Prozess läuft bei unseren Hunden als „Nasentier“ natürlich mit der Nase und nicht wie bei uns mit den Augen ab. Damit wird deutlich, dass Stöberarbeit sehr viel mehr ist, als ein „Nasenspiel“.

Die Anlehnung an Elemente der Ausbildung von Spürhunden von z. B. Zoll, Polizei und Rettungsdiensten wird deutlich. Man stelle sich vor, man konditioniert den Hund nicht auf die Gegenstände sondern z. B. auf Tabak. Das Stöberfeld erweitert man z. B. um einen PKW.

die Unterordnung

Die "Mutter" der Unterordnung im VPG Sport ist die Begleithundeprüfung, erst wenn diese bestanden wurde darf man an weiteren Prüfungsstufen teilnehmen, wie z.B. einer IPO I oder einer FH.
Die Begleithundeprüfung darf nur abgelegt werden, wenn der Hundeführer zuvor einen Sachkundenachweis bestanden hat.

 

Die Prüfung beginnt stets mit der "Unbefangenheitsprobe", bei welcher auch die Identität des Hundes festgestellt bzw. überprüft wird.

 

 

Leinenführigkeit, Gruppe und Ablage :

Nach diesem Teil der Prüfung startet der praktische Teil der Unterordnung auf dem Hundeplatz.

Begonnen wird mit der Vorstellung der beiden Teams beim Leistungsrichter. Es wird angegeben, wer zuerst die Ablage absolviert und wer die Unterordnung läuft.

Ablage unter Ablenkung

Der eine Hundeführer führt seinen Hund zu einem im Vorfeld definierten Platz und legt ihn dort unangeleint ab. Der Hundeführer bewegt sich nun 30 Meter weit von seinem Hund weg und bleibt mit dem Rücken zu seinem Hund stehen. Der Hund darf nicht aufstehen oder sich wegbewegen. Der Hund in der Ablage bleibt solange liegen, solange die das andere Team vorführt. Anschließend wird dann getauscht.

Leinenführigkeit und Gruppe

Die Unterordnung läuft nach einem festgelegten Schema ab, bei dem der Hund mit Leine „Fuß“ gehen muss. 
Begonnen wird mit der Grundstellung, bei der der Hund gerade und unmittelbar neben dem Hundeführer Sitz machen muss. Auf Anweisung des Leistungsrichters geht es nun mit dem Hörzeichen "Fuss" 50 Schritte gerade aus. Es folgt eine Kehrtwendung mit 10 weiteren Schritten im normalen Lauftempo. 
Nun erfolgt der Tempowechsel mit 10 Schritten Laufschritt und 10 weiteren Schritten im langsamen Schritt. Nach dieser Sequenz wird wieder das normale Lauftempo aufgenommen und es folgt ein rechter Winkel mit 15 Schritten geradeaus, ein weiterer rechter Winkel mit 15 Schritten und folgender Kehrtwendung. Nach 7 Schritten erfolgt eine Grundstellung, der Hinweis „Gruppe“ erfolgt. Nach der Grundstellung geht es mit der einzigen Linkswende im Schema zur Gruppe.
Die Gruppe besteht aus vier Menschen, die sich in eine Laufrichtung langsam bewegen. Der Hundeführer muss seinen Hund an der Leine durch diese Menschengruppe in einer Acht-Form durchlaufen und muss bei einem Gruppenmitglied dicht stehen bleiben und eine Grundstellung machen. Der Hundeführer führt seinen Hund aus der Gruppe heraus und bringt ihn in die Grundstellung und leint den Hund ab.
Nun beginnt die Freifolge, auch in dieser Übung ist zuerst die Gruppe zu durchlaufen und eine personennahe Grst. zu zeigen. Beim Verlassen der Gruppe bedankt sich der Hundeführer hörbar bei der Gruppe 
„Gruppe danke“.
Nach der Gruppe findet sich der Hundeführer wieder mit seinem Hund in der Grundstellung auf seinem "Anfangspunkt" ein und beginnt nun das Laufschema ohne Leine.
Begonnen wird mit der Grundstellung, bei der der Hund gerade und unmittelbar neben dem Hundeführer sitzen muss. Nach dem Kommando „Fuß“ geht es dann 50 Schritte gerade aus. Es folgt eine Kehrtwendung mit 10 weiteren Schritten im normalen Lauftempo. Nun erfolgt der Tempowechsel mit 10 Schritten Laufschritt und 10 weiteren Schritten im langsamen Schritt. Nach dieser Sequenz wird wieder das normale Lauftempo aufgenommen und es folgt eine Rechtswende mit 15 Schritten geradeaus, eine weitere Rechtswende mit 15 Schritten und folgender Kehrtwendung. Nach 7 Schritten erfolgt eine Grundstellung, der Hinweis „Gruppe“ fällt hier weg.

Sitz- und Platzübung aus der Bewegung

Die Sitzübung startet wieder mit einer Grundstellung. Nach 15 Schritten nimmt der Hundeführer eine Grst. ein, nach kurzer Pause erfolgt des Hrz. "Sitz" der Hundeführer entfernt sich 15 Schritt und dreht sich herum. Auf Anweisung des Leistungsrichters geht der Hundeführer zu seinem Hund zurück und startet ebenfalls auf Anweisung die Platzübung.
Nach 15 Schritten wird wieder eine Grst. eingenommen es folgt das Hörzeichen „Platz“, der Hund legt sich auf Kommando hin und der Hundeführer entfernt sich wieder 30 Schritte von seinem Hund und dreht sich zu seinem Hund um. Auf Anweisung des Leistungsrichters ruft der Hundeführer seinen Hund mit dem Hörzeichen „Hier oder Name“ heran. Der Hund muss gerade vor dem Hundeführer vorsitzen. 
Nach Anweisung des Leistungsrichters gibt der Hundeführer seinem Hund das Kommando „Fuß“ und der Hund muss selbstständig an die Seite des Hundeführers kommen. Der Hund wird hier angeleint und es folgt nun die Ablage unter Ablenkung

Prüfung im Verkehr

 

Die Begleithundeprüfung beinhaltet auch einen Prüfungsteil, der in der Öffentlichkeit bzw. im Verkehr durchgeführt wird. Bei diesem Teil wird nach der Unbefangenheitsprobe und dem Teil der Unterordnung auf dem Hundeplatz das Sozialverhalten im Straßenverkehr gegenüber anderen Menschen und Hunden sowie sein Verhalten im alltäglichen Straßenverkehr überprüft. Die einzelnen Übungen können abhängig vom jeweiligen Leistungsrichter variieren. Folgende Übungen können in der Prüfung im Verkehr vorkommen:

 

 

 
-Begegnung mit Personengruppen
-Begegnung mit Radfahrern
-Begegnung mit Autos
-Begegnung mit Joggern
-Begegnung mit anderen Hunden
-Verhalten des kurzfristig alleingelassenen Hundes im Verkehr (z.B. angeleint an einer Laterne)

 

 

Nun ist der Grundstein gelegt für die weitere Unterordnung im VPG Sport. Hier werden noch Übungen wie z.B. das "Bring" oder das "Vorraus" verlangt. Gefordert wird ein harmonisch arbeitendes Team. Der Hund sollte alle Übungen freudig, schnell und präzise Ausführen.
Den genauen Ablauf findet ihr in der aktuellen Prüfungsordnung (www.fci.be )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Die Schutzhundeausbildung ist eine rein sportliche Angelegenheit.

 

Der Begriff "Schutzhund" weckt beim Laien oft ganz falsche Vorstellungen.

Die vielfach verbreitete Volksmeinung, nur der geprüfte beziehungsweise ausgebildete Hund sei der optimale Schutz für Haus und Familie, ist unrichtig. Es kann durchaus der Fall sein, dass sich ein Hund, der hervorragende sportliche Leistungen vollbringt, im Alltag als nicht unbedingt zuverlässiger Beschützer erweist.

Natürlich werden bei der Schutzdienstarbeit Verteidigungs- und Schutztrieb freigesetzt und gefördert, im Ernstfall jedoch kann es passieren, dass ein ausgebildeter Hund die gewünschte Reaktion vermissen lässt, da das ihm bekannte Reizmittel, der Schutzarm, fehlt. Eine zweite, weit verbreitete Volksmeinung ist, dass der Schutzdienst dazu dient, die Hunde "scharf" zu machen. Dass eher das Gegenteil der Fall ist, möchten wir hier noch einmal ausdrücklich erwähnen. Der Schutzdienst ist wie schon gesagt eine rein sportliche Angelegenheit mit vielen nützlichen Aspekten.

Die meisten Schäferhunde haben heute Familienanschluss, aber von ihrer artgeschichtlichen Herkunft her sind und bleiben sie Beutejäger und verfügen über ein natürliches Trieb- und Aggressionsverhalten. Dieses Potential muss gefördert und in geregelte Bahnen gelenkt werden, sonst kann man mit manchem lieben Hund böse Überraschungen erleben. Auch von ernsthaften Verletzungen muss man immer wieder hören und lesen.

Es ist heute wichtiger denn je, das Triebverhalten des Hundes im sportlichen Wettkampf zu kanalisieren. Die Schutzarbeit gibt dem Hund die Möglichkeit, Beute-, Wehr- und Kampftrieb auszuleben. Der vernünftig ausgebildete und sportlich tätige Hund wird zu Hause ruhiger, ausgeglichener und selbstsicherer sein als mancher Artgenosse, der Tag für Tag seine Zeit untätig verbringt. Ein ausgebildeter Hund ist des weiteren immer unter Kontrolle des Hundeführers, da er gelernt hat, selbst bei höchster Erregung auf seinen Hundeführer zu hören. Dadurch, dass der gut ausgebildete Hund ein Vorbild im Gehorsam und im Umgang ist, hilft er, das Bild des Hundesports in der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken.

 

 

Sponsoren:

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© Michael Koch