SV Ortsgruppe Pinneberg e.V.
SV Ortsgruppe Pinneberg e.V.

Die Geschichte der Ortsgruppe Pinneberg

 

Anmerkung: Der Versuch die Geschichte unserer Ortsgruppe zusammenzufassen, erwies sich als äußerst schwierig, weil die Dokumentation der Ereignisse seit 1920 lückenhaft und teils widersprüchlich war. Die einzige schriftliche Quelle meiner Informationen war ein stark vergilbtes Fotoalbum, darum erhebe ich keinen Anspruch auf die Vollständigkeit und Exaktheit dieser Chronik. Allerdings gilt mein besonderer Dank den „Vereinsältesten“, die mich an ihren Anekdoten teilhaben ließen. Ich habe mir Mühe gegeben die wichtigsten Eckdaten herauszuschreiben und hoffe das Ergebnis gefällt.

 

Gründer der Kreisgruppe Pinneberg war Max Jahncke. (Aus der Kreisgruppe Pinneberg gingen die Ortsgruppen Elmshorn, Uetersen und Pinneberg hervor.) Jahncke züchtete selber Schäferhunde unter dem Zwingernamen „Jahnckes Höh“ und war Hunde und der Rasse im Besonderen auch dadurch sehr verbunden, dass er im Ersten Weltkrieg als Gruppenführer im Sanitätsdienst seinen „Treu v. Leubniztal“ an der Seite hatte, der ihm einmal sogar das Leben rettete. Außerdem führte Max Jahncke ein Geschäft für Hundeabrichtungsbedarf.

Im Februar 1920 rief er mittels einer Zeitungsanzeige zur Gründung eines Schäferhundvereins im Kreis Pinneberg auf. In der Gastwirtschaft „Stumpfe Ecke“ kamen daraufhin einige Schäferhundfreunde zusammen. Da Max Jahncke zuvor bereits mehrere Jahre ein aktives SV-Mitglied gewesen war, wurde er einstimmig zum Ersten Vorsitzenden des neuen, zehn Mann starken Vereins gewählt. Es folgte eine intensive Mitgliederwerbung, so dass dem Verein nach drei Monaten bereits rund 30 Hundesportler angehörten.

Außerdem organisierte der Verein, obwohl er noch in den Kinderschuhen steckte, bald mehrere Ausstellungen, die dazu dienen sollten den Deutschen Schäferhund populärer zu machen. Diese waren stets gut besucht und konnten viele Meldungen vorweisen.


Doch schon 1927 kam es an der Vereinsspitze zu einem Machtwechsel, nachdem Jahncke aus der Ortsgruppe ausgetreten war. Damit war die Blütezeit der Ortsgruppe vorerst vorüber. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zählte sie nur noch ein Mitglied, Herrn Hardrath. Als dieser an einem Lungenleiden verstarb, nahm Ernst Lüth die Aufgabe den Verein wiederzubeleben in seine Hände, allerdings vorerst ohne nennenswerten Erfolg.

Lüth gab jedoch nicht auf und so fand am 12. Februar 1948, also 18 Jahre nach seiner Gründung, eine Versammlung zur Rettung des Vereins im „Osterholder Quellental“ statt, auf der auch Max Jahncke anwesend war. Er wurde, nachdem man ihm das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen hatte, wieder zum Ersten Vorsitzenden gewählt und die Wiederbelebung der Vereins war beschlossene Sache. Die finanziellen Mittel des Vereins waren zu jenem Zeitpunkt äußerst knapp. Das gesamte Vermögen belief sich auf 16,- RM (Reichsmark). Um die Krise abzuwenden, wurde wieder kräftig die Werbetrommel gerührt. Dazu veranstalteten die Mitglieder mehrere Vorführungen, bei denen sie auch von befreundeten Ortsgruppen unterstützt wurden. Von da an ging es bergauf.

Beim 30jährigen Jubiläum freute sich der Verein über 50 Mitglieder und feierte es am 4. Juni 1950 mit einer Sonderzuchtschau auf dem Gelände des „Osterholder Quellental“. 177 Deutsche Schäferhunde wurden begutachtet und die Veranstaltung als überragender Erfolg verbucht.

Die Ortsgruppe Pinneberg war allerdings nicht nur an ihren eigenen Belangen interessiert, sondern beteiligte sich auch aktiv am Geschehen der Stadt. So gratulierte der Verein am 25. Juni des gleichen Jahres der Stadt Pinneberg zu ihrem 75-jährigen Stadtrecht, indem er 75 Deutsche Schäferhunde und ihre Herrchen aufmarschieren ließ und sie zu einer leben den „75“ formierte. Außerdem nahm der Verein mehrfach mit Hunden und geschmückten Wagen am städtischen Rosenumzug teil.

Schließlich zog Jahncke sich nach Jahrzehnten als Erster Vorsitzender, in denen er für die Veranstaltung zahlreicher Schutzhundprüfungen gesorgt hatte, vom Amt zurück und überließ der nachrückenden Generation die Vorstandsarbeit.

1960 wurde das 40jährige Vereinsbestehen entsprechend gefeiert. Es fand einen Pokalkampf statt, der Anfang Oktober für Aufsehen sorgte. Zu der Leistungsveranstaltung kamen auch die Film- und Fernsehhunde „Attila v. d. Diana“ und „Ali v. d. Mabelburg“, um die Vielseitigkeit des Deutschen Schäferhundes unter Beweis zu stellen.

Ein wirklicher Wendepunkt der Vereinsgeschichte war der Umzug auf das Pachtgelände im Ossenpadd, wo nach monatelanger unermüdlicher Eigenleistung der damals ca. 70 Mitglieder das Vereinsheim im Jahre 1978 eingeweiht wurde.

 

Dabei konnte sich der Verein glücklich schätzen, dass er u. a. einen geschickten Zimmermann und einen erfahrenen Maurer zu seinen Mitgliedern zählten durfte. Bis heute hat die Ortsgruppe dort ihren Standort und nutzt das Haus als Schutz vor Wind und Wetter und für so manches Stelldichein. Außerdem erbauten die Vereinsmitglieder 30 sehr solide Hundeboxen, für ihre Vierbeiner. Zugegebenermaßen wurde die Arbeit mit den Hunden in der Zeit des Bauens ein wenig vernachlässigt, was sich nach Fertigstellung des Gebäudes bald wieder änderte.

Das 60jährige Vereinsjubiläum war das erste, das 1980, im neuen Vereinsheim gefeiert werden konnte und somit ein ganz besonderes.

Die Feierlichkeiten zum 75jährigen Jubiläum wurden mit einem Umzug durch die Stadt begangen, an dem nicht nur Deutsche Schäferhunde, sondern auch andere Rassen sowie Mischlinge und deren Hundeführer teilnahmen. Einmal mehr wurde der Öffentlichkeit damit bewiesen, dass die Ortsgruppe Pinneberg verkehrssichere und alltagstaugliche Begleithunde ausbildete.

Außerdem wurde bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, dass der Verein sich ab dem Jahre 1996 auch einer weiteren Hundesportart öffnen wollte. In jenem Frühjahr wurde nämlich der neue Agitilyparcours eingeweiht und eröffnete so den Hundefreunden und ihren Tieren die Möglichkeit diesem schnellen und wendigen Sport nachzugehen.

Neben dem sportlichen Geschehen galt auch die Zucht Deutscher Schäferhunde zu den erklärten Zielsetzungen der Ortsgruppe Pinneberg. So gingen aus ihr die Zwinger „von Sirgidshorst“, „von Ebenrohde“, „vom Kiemoor“ und „von Alt-Grunde“ hervor. Sie brachten dem Verein so manchen Wurf und sorgten somit für regen Nachwuchs.

Die Geschichte der Ortsgruppe Pinneberg war sehr bewegt und es wird sich zeigen, was die Zukunft ihr noch bringen wird.

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© Michael Koch