Der Schutzdienst

Die Schutzhundeausbildung ist eine rein sportliche Angelegenheit. 

Der Begriff "Schutzhund" weckt beim Laien oft ganz falsche Vorstellungen. Die vielfach verbreitete Volksmeinung, nur der geprüfte beziehungsweise ausgebildete Hund sei der optimale Schutz für Haus und Familie, ist unrichtig. Es kann durchaus der Fall sein, dass sich ein Hund, der hervorragende sportliche Leistungen vollbringt, im Alltag als nicht unbedingt zuverlässiger Beschützer erweist. Natürlich werden bei der Schutzdienstarbeit Verteidigungs- und Schutztrieb freigesetzt und gefördert, im Ernstfall jedoch kann es passieren, dass ein ausgebildeter Hund die gewünschte Reaktion vermissen lässt, da das ihm bekannte Reizmittel, der Schutzarm, fehlt. Eine zweite, weit verbreitete Volksmeinung ist, dass der Schutzdienst dazu dient, die Hunde „scharf“ zu machen. Dass eher das Gegenteil der Fall ist, möchten wir hier noch einmal ausdrücklich erwähnen. 

Der Schutzdienst ist wie schon gesagt eine rein sportliche Angelegenheit mit vielen nützlichen Aspekten. Die meisten Schäferhunde haben heute Familienanschluss, aber von ihrer artgeschichtlichen Herkunft her sind und bleiben sie Beutejäger und verfügen über ein natürliches Trieb- und Aggressionsverhalten. Dieses Potential muss gefördert und in geregelte Bahnen gelenkt werden, sonst kann man mit manchem lieben Hund böse Überraschungen erleben. Auch von ernsthaften Verletzungen muss man immer wieder hören und lesen. Es ist heute wichtiger denn je, das Triebverhalten des Hundes im sportlichen Wettkampf zu kanalisieren
. Die Schutzarbeit gibt dem Hund die Möglichkeit, Beute-, Wehr- und Kampftrieb auszuleben. Der vernünftig ausgebildete und sportlich tätige Hund wird zu Hause ruhiger, ausgeglichener und selbstsicherer sein als mancher Artgenosse, der Tag für Tag seine Zeit untätig verbringt. Ein ausgebildeter Hund ist des weiteren immer unter Kontrolle des Hundeführers, da er gelernt hat, selbst bei höchster Erregung auf seinen Hundeführer zu hören. 

Dadurch, dass der ausgebildete Schäferhund ein Vorbild im Gehorsam und im Umgang ist, hilft er, das Bild des Deutschen Schäferhundes in der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken.